Kennenlernen oder kennen lernen? Duden-Regeln & Praxistipps

26. Februar 2026

Der Duden "Die deutsche Rechtschreibung" hilft, die deutsche Sprache richtig zu kennen zu lernen.

Inhaltsverzeichnis

Die Schreibweise von kennen und lernen wirkt unscheinbar, entscheidet aber schnell darüber, ob ein Text sicher und sauber wirkt. Ich erkläre hier, was der Duden zur Verbindung sagt, wann man zusammenschreibt, wann getrennte Schreibung noch möglich ist und welche Form in Schule, Bewerbung und Alltag am rundesten klingt. Dazu kommen Beispiele, typische Stolperstellen und eine einfache Merkhilfe für den Unterricht.

Die sichere Form ist meist die Zusammenschreibung

  • Der empfohlene Standard ist kennenlernen; kennen lernen bleibt als zulässige Alternative bestehen.
  • Mit zu sind kennenzulernen und kennen zu lernen möglich, die kompakte Form wirkt meist stimmiger.
  • In Schulaufsätzen und Bewerbungen ist die empfohlene Schreibweise die sicherste Wahl.
  • Die Bedeutung bleibt gleich: Es geht immer darum, jemanden oder etwas neu kennenzulernen.
  • Typische Fehler entstehen vor allem durch uneinheitliche Schreibung im selben Text.

Was der Duden zur Schreibweise sagt

Der entscheidende Punkt ist einfach: Der Duden empfiehlt kennenlernen als bevorzugte Schreibung, erlaubt kennen lernen aber weiterhin. Für viele Leser ist genau das die Information, die sie brauchen, weil die Frage im Alltag oft klein wirkt, in Klassenarbeiten oder Bewerbungen aber sofort auffallen kann. Bei der Infinitivkonstruktion mit zu ist auch kennen zu lernen möglich; stilistisch wirkt kennenzulernen in vielen Sätzen jedoch geschlossener.

Sprachlich ist das sinnvoll, weil sich aus zwei Wörtern ein festes Verb entwickelt hat. Ich behandle diese Verbindung im Unterricht deshalb nicht wie eine Zufälligkeit, sondern wie eine etablierte Wortform. Wie das in echten Sätzen aussieht, zeige ich im nächsten Abschnitt.

Duden erklärt das Wort

Wie die Formen im Satz aussehen

Am klarsten wird die Sache in Beispielen, weil die Grammatik dort weniger abstrakt wirkt. Eine kleine Übersicht hilft hier mehr als lange Theorie.

Form Status Beispiel Mein Praxistipp
kennenlernen empfohlene Schreibung Ich möchte meine neue Klasse kennenlernen. Für Aufsätze, E-Mails und Bewerbungen die erste Wahl.
kennen lernen zulässige Alternative Wir wollen uns bald kennen lernen. Korrekt, aber im Fließtext meist weniger kompakt.
kennenzulernen mit zu, zusammengeschrieben Es freut mich, Sie kennenzulernen. Sehr gängig und stilistisch sauber.
kennen zu lernen mit zu, getrennt Es freut mich, Sie kennen zu lernen. Grammatisch möglich, aber die kompakte Form wirkt oft runder.
kennengelernt Vergangenheitsform Wir haben uns in der ersten Woche kennengelernt. Auch kennen gelernt ist möglich, aber in einem Text besser einheitlich bleiben.

Für die Praxis heißt das: Die Bedeutung ändert sich nicht, nur die Schreibung und der Stil. Genau deshalb lohnt es sich, nicht bei jeder Form neu zu improvisieren, sondern eine klare Linie zu behalten. Im nächsten Schritt geht es darum, warum ich im Unterricht meist zur kompakten Variante rate.

Warum ich im Schulaufsatz die empfohlene Form bevorzuge

In Klassenarbeiten zählt nicht nur, ob ein Satz verständlich ist, sondern auch, wie sicher er wirkt. Darum würde ich im Unterricht die empfohlene Schreibung kennenlernen beziehungsweise in Infinitivgruppen kennenzulernen bevorzugen. Das ist die Variante, mit der man bei Bewertung und Korrektur am wenigsten Angriffsfläche bietet.

  • Im Aufsatz wirkt die Zusammenschreibung ruhiger und formeller.
  • In einer Bewerbung passt sie besser zum sachlichen Ton.
  • In einer E-Mail an Lehrkräfte oder an eine Schule ist sie die unauffällig sichere Lösung.
  • In freien Texten kann die getrennte Schreibung zwar korrekt sein, wirkt aber oft etwas schwerer.

Eine Ausnahme ist das direkte Zitat: Wenn eine Quelle getrennt schreibt, übernehme ich das im Zitat genau so. Im eigenen Text bleibe ich aber konsequent bei einer Variante, weil das die Lesbarkeit erhöht. Genau darin liegt der Unterschied zwischen korrekter und wirklich sauberer Sprachverwendung. Die häufigsten Fehler liegen jedoch nicht bei der eigentlichen Regel, sondern bei der Ausführung.

Typische Fehler, die im Unterricht sofort auffallen

Die meisten Stolperstellen entstehen, wenn man die Verbindung zu wörtlich auseinanderzieht oder die Verbform nicht zu Ende denkt. Das ist ärgerlich, weil sich diese Fehler leicht vermeiden lassen.

  • Unnötiges Mischen: im gleichen Text einmal kennenlernen, dann kennen lernen, dann kennengelernt ohne erkennbares Muster.
  • Falsche Infinitivkonstruktion: nach Modalverben lautet die übliche Form ich will dich kennenlernen; ein zusätzliches zu gehört dort nicht hin.
  • Unsaubere Vergangenheitsformen: ich habe ihn kennen gelernt ist möglich, aber wer im ganzen Text die Zusammenschreibung nutzt, sollte dann auch bei kennengelernt bleiben.
  • Verwechslung mit dem Verb lernen: Hier geht es nicht darum, etwas zu lernen, sondern jemanden oder etwas kennenzulernen.
  • Zu viel Rücksicht auf das Sprechen: Die Orthographie folgt der Regel, nicht einem gefühlten Sprechtempo.

Ich rate Schülerinnen und Schülern deshalb zu einer einfachen Routine: erst die passende Form wählen, dann im Text durchhalten. Sobald das sitzt, verschwindet das Thema aus der Fehlerzone und wird zu einer sicheren Gewohnheit. Genau das soll Sprachunterricht leisten.

Was im Unterricht und in Prüfungen am meisten zählt

Für den Schulalltag genügt am Ende eine klare Linie: Form bewusst wählen, im Text konsequent bleiben, im Zweifel die empfohlene Schreibweise nutzen. Wer so arbeitet, schreibt nicht nur orthografisch sicherer, sondern auch lesbarer. Gerade bei kurzen formalen Texten merkt man den Unterschied zwischen einer sauberen Standardform und einer halb zufälligen Mischlösung sofort.

  • Für die meisten Texte ist kennenlernen die sicherste Wahl.
  • Mit zu ist kennenzulernen meist die eleganteste Lösung.
  • Kennen zu lernen ist nicht automatisch falsch, aber selten die stärkste stilistische Variante.
  • Wer einen Text korrigiert, sollte auf Konsistenz achten, nicht nur auf Einzelwörter.

So bleibt die Entscheidung einfach: Wenn ich eine unauffällige, schulgeeignete und sprachlich runde Lösung brauche, nehme ich die empfohlene Form und bleibe dabei. Genau das ist in vielen Fällen die beste Antwort auf die Frage nach der richtigen Schreibung von kennen und lernen.

Häufig gestellte Fragen

Beide Schreibweisen sind laut Duden korrekt. Die zusammengeschriebene Form „kennenlernen“ wird jedoch als bevorzugte und gängigere Variante empfohlen. Sie wirkt in den meisten Kontexten stilistisch runder und sicherer.

Die zusammengeschriebene Form ist die sicherste Wahl für formelle Texte wie Schulaufsätze, Bewerbungen und offizielle E-Mails. Sie bietet weniger Angriffsfläche bei Korrekturen und wird als Standard angesehen. Auch im Alltag ist sie die häufigste Form.

Auch hier sind beide Varianten mit „zu“ grammatisch zulässig. Die kompakte Form „kennenzulernen“ wird stilistisch oft als eleganter und geschlossener empfunden. In den meisten Sätzen klingt sie natürlicher und ist die empfohlene Wahl.

Ja, „kennen gelernt“ ist als Vergangenheitsform zulässig. Wenn Sie jedoch im selben Text die zusammengeschriebene Form „kennenlernen“ bevorzugen, sollten Sie der Konsistenz halber auch bei „kennengelernt“ bleiben. Einheitlichkeit verbessert die Lesbarkeit.

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Carina Heinrich

Carina Heinrich

Mein Name ist Carina Heinrich und ich bringe 14 Jahre Erfahrung im Bildungsbereich mit. Schon früh habe ich eine Faszination für den Schulalltag und die Herausforderungen, die Schülerinnen und Schüler bei der Studienwahl begegnen, entwickelt. Diese Themen liegen mir am Herzen, da ich selbst miterlebt habe, wie entscheidend der richtige Bildungsweg für die persönliche und berufliche Entwicklung ist. In meinen Beiträgen möchte ich anderen helfen, die Komplexität von Bildungswegen verständlich zu machen. Dabei lege ich großen Wert auf gründliche Recherchen und die Überprüfung von Informationen, um sicherzustellen, dass die Leserinnen und Leser auf aktuelle und präzise Inhalte zugreifen können. Ich liebe es, schwierige Themen zu vereinfachen und Trends im Bildungsbereich zu verfolgen, um meine Leserinnen und Leser bestmöglich zu informieren und zu unterstützen.

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